Organigramm MODell Unternehmen Schule - Führung

Charakteristika von MODUS F
Die Schule befindet sich im Umbruch. Sie muss auf vielfältige gesellschaftliche Entwicklungen reagieren, veränderten und zusätzlichen Bildungsanforderungen gerecht werden und als Folge der Ergebnisorientierung verstärkt die Qualität der Bildung und Erziehung gewährleisten. Den einzelnen Schulen wird dafür mehr Eigenverantwortung übertragen, ihre Handlungsspielräume werden dadurch deutlich vergrößert. Jede Schule hat entsprechend den Gegebenheiten in ihrem Umfeld sowie ihrem Schulprofil einen Schulentwicklungsprozess selbst zu gestalten und zu verantworten. Und Schulentwicklung ist Qualitätsentwicklung. In der eigenverantwortlichen Schule wird sie als Kernaufgabe eine noch zentralere Rolle als bisher spielen.
Diese gewandelte Rolle der Einzelschule lässt sich nicht mehr mit dem herkömmlichen Leitungsverständnis und in den bisherigen Strukturen gestalten, die in einer anderen Zeit für andere Rahmenbedingungen konzipiert waren.Nötig sind nun Strukturen, die einen reibungslosen Ablauf der Routineprozesse garantieren, gleichzeitig jedoch flexibel auf die sich wandelnden Anforderungen reagieren und die Schulqualität sicherstellen. Notwendig sind Instrumente, die eine zeitgemäße Mitarbeiterführung und Personalentwicklung ermöglichen, damit alle Lehrkräfte ihr Potenzial entfalten können und ihre aktive Rolle bei der Schulentwicklung dauerhaft annehmen. Und als Grundlage aller Änderungen ist ein zeitgemäßer Führungsstil nötig, der nichts mit hierarchischer Anweisungskultur zu tun hat, sondern situativ jeden Einzelnen in bestmöglicher Weise zur Erreichung der Ziele der Schule einbezieht.
Gute Führung in der Schule bringt zahlreiche Vorteile mit sich: Schulleitung, Lehrkräfte, Eltern und Schüler profitieren von klaren, kürzeren Kommunikationswegen, vereinfachten Organisationsabläufen und einer transparenten Aufgabenverteilung, die Raum zur Gestaltung und Mitverantwortung bietet. Der Modellversuch MODUS F setzt genau an diesen Aspekten sinnvoller Schulorga-nisation an. Seit 2006 entwickeln und erproben über 50 Schulen in Bayern Führungsmodelle in den verschiedenen Schularten und leisten damit wichtige Pionierarbeit für die Einführung einer erweiterten Schulleitung an den bayerischen Schulen.
Auch die Staatliche Realschule Hirschaid nimmt an diesem Modellversuch seit 2006 teil. Engagierte Lehrkräfte gehen im Team immer wieder neue Wege zeitgemäße Führungsmodelle an Schulen zu erproben und weiterzuentwickeln. Die gewonnene Freiheit und Selbstständigkeit von Schulen bringt stets neue Herausforderungen. So entwickelte die engere Schulleitung der RSH im Laufe des Modellversuches unterschiedliche Organisationsformen für die Konzeption der erweiterten Schulleitung.
Zu Beginn des Modellversuches orientierte sich die Aufgabenverteilung am Konzept einer jahrgangsstufenbezogenen Organisationsform. Jedem Mitglied der erweiterten Schulleitung war eine Jahrgangsstufe mit der Betreuung der spezifischen Aufgabenbereiche derselben zugeteilt. Im Verlauf des Modellversuches kristallisierte sich ein neuer Weg der Organisationsstruktur heraus. Aktuell erproben wir an der Realschule Hirschaid das Konzept einer aufgabenbezogenen Organisation.
Jeder Mitarbeiter der mittleren Führungsebene betreut ein spezielles Ressort, das er in Rücksprache mit der engeren Schulleitung eigenverantwortlich im Rahmen seiner Kompetenzen gestaltet und weiterentwickelt. Zusätzlich übernimmt jedes Mitglied der erweiterten Schulleitung Personalverantwortung, indem regelmäßig Mitarbeitergespräche mit einem zugeteilten Personenkreis durchgeführt werden, die der Intensivierung des Dialoges zwischen Lehrkräften und Schulleitung dienen.
Diese Organisationsform entspricht insgesamt betrachtet der Linienorganisation, da zwischen der Schulleitung und der Lehrerschaft eine zusätzliche Gelenkstufe integriert ist, welche spezifischere Aufgaben als die Schulleitung erfüllt. Die Mitglieder haben eindeutige Kompetenzen und werden gezielt zu Führungsaufgaben beigezogen. Der Vorteile der Linienorganisation liegt sicherlich darin, dass Aufgaben zunächst eindeutig den einzelnen Stellen zugeordnet werden können, wobei die engere als auch erweiterte Schulleitung generell als Team zu sehen ist, das sich als Bestandteil einer kollegialen Schulfamilie begreift, welche die Schule als ganzheitlichen Lebensraum gestalten will. |