Das Fach Erdkunde in der Realschule Hirschaid Hohe Luftbelastung während der olympischen Spiele in China. Im Erdkundeunterricht werden die Schüler zum einen befähigt, sich auf der Erde topografisch zu orientieren. Sie gewinnen zudem Einsicht in naturgeografische Gesetzmäßigkeiten, und erkennen, dass nicht nur Naturkräfte, sondern auch der Mensch durch sein Handeln den Raum mitgestaltet. Aus diesem Raumverständnis gewinnen die Schüler ein Bewusstsein für den Wert der Umwelt und lernen, die Verschiedenheit der natürlichen und der von Menschen gestalteten Lebensbedingungen einzuschätzen. Unsere Schüler kommen heute oft schon weit herum in der Welt: Sie fahren Ski in den Alpen, fliegen in den Ferien in die Türkei oder zu anderen Badezielen, wandern im Schwarzwald, besuchen Disneyworld in Paris. Je mehr man weiß über die Zusammenhänge auf der Erde (wobei in Erdkunde ein wichtiges Orientierungswissen für andere Fächer wie Geschichte, Biologie, Physik oder Chemie bereit gestellt wird), desto eher ist man in der Lage auch zukünftige Entwicklungen einzuschätzen. Man denke nur an die Rohstoff- und Energieproblematik, den Klimawandel, die Bedeutung des Wassers, die Verkehrspolitik. Viele Kinder und Jugendliche ahnen, dass diese Themen auch für sie persönlich noch wichtig sein werden. In Erdkunde setzen sie sich argumentativ mit diesen Problemen auseinander. So werden die Grundlagen dafür geschaffen, dass die Schüler Eigenverantwortung in ihrem persönlichen Umfeld übernehmen. Wenn es möglich ist, bezieht der Erdkundeunterricht authentische Erfahrungen der Schüler sowie aktuelle Ereignisse mit ein. Jeder Erdkundelehrer träumt von einem „fliegenden Klassenzimmer“, um den Schülern möglichst viele originale Begegnungen mit den Lerngegenständen des Geografieunterrichts zu ermöglichen. Auch wenn das ein Traum bleibt, so bietet die Realschule Hirschaid doch durch ihre moderne technische Ausstattung die Möglichkeit, die weite Welt mittels Beamer in die Klassenzimmer zu holen. Immer wieder laden die Erdkundelehrer zudem „Experten“ in die Schule ein, die von den Klassen immer mit sehr großem Interesse empfangen werden. Freude am Fach vermitteln aber auch und gerade Exkursionen und Unterrichtsgänge. In Hirschaid bietet sich, um nur ein Beispiel zu nennen, die nahe gelegene Fränkische Schweiz mit ihren Karsterscheinungen für naturgeografische Beobachtungen hervorragend dafür an. Mindestens ebenso wichtig wie Kenntnisse sind die Fähigkeiten, die durch den Umgang mit den erdkundlichen Bildungsinhalten erworben werden: Es werden Texte, Satellitenbilder und Karten gelesen und interpretiert, Statistiken studiert und hinterfragt, Diagramme genutzt und selbst erstellt und Ergebnisse medial präsentiert. An der Hirschaider Realschule gibt es zudem erste Versuche, die Fachinhalte in der Fremdsprache Englisch zu behandeln, so dass sich eine enge fächerübergreifende Zusammenarbeit mit diesem Fach anbietet. Von wegen also „Erdkäs“! Wer die Erde als nicht vermehrbare Lebensgrundlage erkannt hat, mit der verantwortungsbewusst umzugehen ist, erkennt die große Bedeutung, die dem vielseitigen Fach Erdkunde an der Realschule zukommt. |
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Elke Schugk (Seminarlehrerin) |